Anscheinend sind wir noch ein wenig in den Ferien, deswegen kommt die Ankündigung ein wenig spät
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Zurück zu Griechenland, nachdem auf dem letzten Termin theoretische Vorarbeit geliefert wurde, Griechenlands Beitritt zur EU (damals EW) und dem Beitritt zur Euro-Währungsunion, soll es dieses Mal tatsächlich um die Entwicklung der Krise gehen.
Dazu halten wir es für sinnvoll den bisherigen Stand der Debatte festzuhalten, sodass eventuelle Fragen und Missverständnisse beim nächsten Treffen anfangs geklärt werden können.
Vorbemerkung: Aus den Medien erfährt man, Griechenland sei selbst schuld an der Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit, so hat man sich den vorkrislichen Alltag eines Griechens in etwa so vorzustellen, dass der Tag zwischen Ouzo trinken, tanzen und feiern auf Kosten der EU, sowie Schwarzarbeit bestand.
Da tut sich jedoch notgedrungen die Frage auf, wenn dies ein Einzelfall in der Eurozone ist, weshalb richtet sich dann die Spekulation des Finanzkapitals gegen den Euro, der doch auch „ehrbar-arbeitende“ Nationen wie Deutschland und Frankreich als Zahlungsmittel dient? Ist es nicht vielmehr eine Spekulation gegen den Euro generell?
Um dieser Frage ein wenig sich anzunähern erschien es uns erst einmal sinnvoll, die Situation in Griechenland zu betrachten, bevor die Krise kam. Dies anhand der beiden obigen Einschnitte in der griechischen Politik 1. EU
2. Euro-Währungsunion
Generell sollte die Frage sein, was sich Griechenland davon erhoffte, sowie unter welchen Berechnungen Griechenland der Zutritt erlaubt wurde. ( Denn dass nicht jeder einfach beitreten kann, sieht man an der Türkei in Sachen EU und ehemaligen Ostblockländern in Sachen Euro)
Zur EU:
Der Beitritt Griechenlands zur EU, war Seitens Griechenland mit der Hoffnung auf kapitalistisches Wachstum verbunden, die Eröffnung des Binnenmarktes sollte dem griechischen Kaital neuen Absatz bescheren und ausländische Investoren anlocken. Gleichzeitig sollten EU Gelder dabei helfen Griechenland zu „modernisieren“ also infrastrukturell voranzutreiben.
So wurde die Infrastruktur ausgebaut und Staatsbetriebe privatisiert, mit der für Griechenland unangenehmen Folge, dass die kapitalkräftigeren Unternehmen aus den europäischen „Partnerländern“ sich auf dem griechischen Markt durchsetzten und das griechische Kapital verdrängten, es also schlicht unbrauchbar machten.
Nicht unbrauchbar in dem Sinne, dass die Fabriken und Äcker nicht mehr taugen würden für eine ordentliche Produktion von Dingen, die man konsumieren könnte, sondern unbrauchbar für kapitalistische Vermehrung, da sie dank mangelnder Kapitalgröße sich nicht im Preisverhältnis gegen die kapitalkräftigeren Konkurrenten durchsetzen konnte. Manche nennen diese Irrationalität Kapitalismus und dem schließen wir uns einfach mal an
Andersherum war das Interesse der EU an Griechenland neben dem ökonomischen Zuwachs, den sich die Länder ebenso für ihr Kapital erhofften, wie die Griechen es sich für sich erhofften, auch der Blick nach Osten (1981) ließ Griechenland attraktiv erscheinen, sowie die günstige Lage zum nahen Osten.
An dieser Stelle sei angemerkt, dass wenn beide Parteien sich den EU Binnenmarkt jetzt inkl. Griechenlands anschauen zwecks der eigenen Bereicherung, dass nicht alle zufrieden sein können, da die Bereicherung des einen nationalen Kapitals nur auf Kosten eines anderen Kapitals passieren kann. Indem es die Kaufkraft, welche in dem entsprechenden Markt beschränkt vorzufinden ist, auf sich zieht, also ein Geschäft tätigt ist dieses Geschäft Abzug des Geldes welches sich als Kaufkraft darstellt, sodass jeder einzelne Kauf einen anderen Zugriff auf das Geld unmöglich macht. Anders gesagt, dass Wachstum der europäischen Kapitale auf dem griechischen Markt sorgte dafür, dass die durch griechische Kapitale realisierten Gewinne schrumpften und sich der überlegenen Produktivität des Westens ergeben mussten.
So kam es dann dazu, dass Griechenland dank EU noch immer hinter den Europäisch erfolgreichen Staaten zurückblieb.
So erwuchs der griechische Staat aber ebenfalls zum wichtigsten ökonomischen Subjekt, der per Aufträgen, Lohnzahlung und ähnlichem zur wichtigsten Verdienstquelle seiner Bürger, ungeachtet ihrer Klassenzugehörigkeit, wurde.
Zum Euro:
Das Angebot dem Euro beizutreten, kommt auch Griechenland nach, dabei sind die Gründe der Griechen hierfür keineswegs deckungsgleich mit denen der Länder, die das Projekt initiierten.
Griechenlands Interesse am Euro ist nämlich ein negativer Vergleich mit dem, was die Drachme alles nicht kann: Verschuldung ohne Inflation, Importe zu konstanten Preisen, eine üppigere Staatsverschuldung, … also alles Auskünfte darüber, was die griechische Wirtschaft nicht zu Stande gebracht hat, nämlich mit ihrem internationalen Erfolg, die Drachme zu einer gefragten Währung zu machen.
Den Machern des Euros dagegen geht es um etwas anderes, sie sind daran interessiert, mit dem Euro, der Weltwährung Dollar den Kampf anzusagen, Ausgangspunkt bei ihnen ist die „Gewissheit“, dass ihr Geld zu mehr taugt als nur Binnenmarktnachfrage zu bedienen, sie wollen durch die Zusammenlegung ihrer Währungen eine neue Qualität ihrer Währung schaffen, eben eine Weltwährung.
So ist die Frage, ob Griechenland reinkommt in den Kreis der Auserwählten Euro Länder erst einmal gar nicht verständlich, denn die ökonomische Potenz Griechenlands ist als Mangel bekannt. Dass dennoch Griechenland beitreten darf, liegt daran, dass die positiven Aspekte Griechenlands obsiegen: mehr Umsatz in Euro, damit Vergrößerung der Nachfrage nach dem Euro und generell die Überlegung, dass wenn man Weltgeld haben will, eine ökonomische Kleinigkeit wie Griechenland schon zu verkraften ist. Generell kann man hier auch anmerken, dass bis zur Krise Griechenlands auch die Euromitgliedsschaft Griechenlands nie zur Debatte stand, da der Erfolg des Euros allen Entscheidungen Recht gab.
Auch nach dem Eintritt in die Euro-Währungsunion blieb das erhoffte Wachstum des griechischen Kapitals aus, lediglich als Finanzstandort des Euros gewann Griechenland das Interesse des Finanzkapitals.
Soweit erst einmal.
Beim nächsten Treffen soll also erklärt werden, wie auf dieser Grundlage, nach der Bankenrettung durch die EU Staaten, Griechenland in einen neuen Blick des Finanzkapitals geriet.
Ob dies nur Griechenland betrifft oder ob die Spekulation nicht eine Spekulation gegen den Euro als solches ist soll ebenso geklärt werden, wie ein wenig grundlegendes zur Frage des Verhältnis von Staat und Finanzkapital.
Daher treffen wir uns am 16.9 um 19 (ACHTUNG EINE STUNDE SPÄTER) im AZ Wuppertal um dem nachzugehen.